Was ist der DAX? (Deutscher Aktienindex)


DAX – der Deutsche AktienindeX

Während der Europäische Dachs im Jahre 2010 in Deutschland und Österreich als Wildtier des Jahres gefeiert wurde, erfreute sich auch der DAX in diesem Jahr eines Anstiegs seiner Reputation. Neben dem Namen teilen die Beiden jedoch keine signifikanten Gemeinsamkeiten. So lebt der eine bevorzugt im hügeligen Gehölz, wobei der Andere in der Deutschen Börse seine Heimat hat. Der DAX ist der wichtigste deutsche Aktienindex und quantifiziert die wirtschaftliche Situation der Bundesrepublik mit einem volatilen Nennwert. Die Berechnung des Index ist gänzlich evidenzbasiert und stützt sich auf die Performance der 30 umsatzstärksten Unternehmen Deutschlands.

DAX Zulassungskriterien

Die Zugehörigkeit zum DAX ist durch zahlreiche Konditionen festgeschrieben und erfordert in erster Linie einer Konstitution als Aktiengesellschaft. Eine weitere Bedingung ist in diesem Zusammenhang die Erfüllung des Prime Standards der Frankfurter Wertpapierbörse, welcher spezifische internationale Transparenzanforderungen stellt. Die Zulassung zum DAX impliziert darüber hinaus, dass die unternehmenseigenen Aktien vollständig über Xetra, das elektronische Handelssystem der Deutsche Börse AG, gehandelt werden und diese einen Streubesitz von 10% vorweisen können. Die Bezeichnung Streubesitz verweist in diesem Kontext auf den Anteil von Kleinanlegern an der vorliegenden Aktiengesellschaft. Ein weiteres Zulassungskriterium ist der juristische Sitz in Deutschland sowie die Handelstätigkeit an der Frankfurter Börse. Für Konzerne mit administrativen oder operativen Hauptsitz in Europa sind jedoch Sonderregelungen einschlägig, soweit der Schwerpunkt des Handelsumsatzes über Aktien an der Frankfurter Börse erfolgt.

DAX Aufnahme- und Ausschlussregelungen

Neben den konstitutionellen Zulassungskriterien muss ein Unternehmen des Weiteren über die wirtschaftliche Signifikanz verfügen, um in den DAX aufgenommen zu werden. Generell handelt es sich dabei um die 30 größten Aktiengesellschaften, welche die vorliegenden Voraussetzungen erfüllen. Die Aufnahme in den DAX sowie der Ausschluss aus jenem, erfolgt in bestimmten zeitlichen Abständen über ein Ranking aller Aktiengesellschaften hinsichtlich des Börsenumsatzes und ihrer Marktkapitalisierung. Im Rahmen dieser Anpassungsmechanismen erfolgt die Aufnahme eines Unternehmens, ein sogenannter Regular-Entry, wenn es zu den größten 30 akkreditierten Aktiengesellschaften zählt und ein existierendes Mitglied nicht mehr unter den oberen 35 Unternehmen gelistet ist. Zu einem Ausschluss, einem sogenannten Regular-Exit, kommt es dabei, wenn die betroffene AG bezüglich Börsenumsatz oder Marktkapitalisierung auf einen Listenplatz unterhalb der Nummer 40 fällt und ein Konkurrent, der nicht dem DAX angehörig ist, in beiden Kriterien Listenplätze oberhalb der Nummer 35 einnimmt. Aufnahme und Ausschluss werden hinsichtlich dieser Regelungen jährlich im September implementiert. Zusätzliche Anpassungstermine wenden lediglich die speziellen Regelungen des Fast-Entry sowie des Fast-Exit an.

Der DAX und die Repräsentanten der deutschen Wirtschaft

Die Zusammensetzung der DAX-Unternehmen ist somit volatil und zeichnet sich unter Umständen durch diverse Schwankungen aus. Notwendig sind diese Anpassungen, um fortlaufend eine repräsentative Kenngröße für die deutsche Wirtschaftskraft zu bilden. Gemeinhin ist die Selektion der DAX-Konzerne jedoch durch große Diversität geprägt und deckt die wesentlichen Branchen der Bundesrepublik Deutschland ab. Neben der Automobilindustrie findet ebenfalls die Chemie- und Medizintechnik, die Energieversorgung, der Bankensektor, der Gütertransport, das Versicherungswesen oder die Elektrotechnik eine Repräsentanz. Beständige DAX-Konzerne sind unter anderem Siemens, BMW, BAYER, Lufthansa, ThyssenKrupp oder die Deutsche Bank AG. Neben diesen Stammspielern sah die Selektion des DAX seit der Einführung im Juli des Jahres 1988 jedoch zahlreiche Neukonstellationen durch Firmenzusammenschlüsse, Abspaltungen, Kursverluste, Aktiengänge großer Staatsbetriebe sowie durch Nichteinhaltung von Obligationen. Die Geschichte der deutschen Wirtschaft ist turbulent gewesen und der Dax, als primärer Indikator, wusste das Geschehen stets in Zahlen auszudrücken.

Die Historie des Deutschen Aktienindex (DAX)

Obwohl der Wert des DAX anfänglich auf einen Nennwert von 1000 Punkten festgelegt wurde, machte das Interesse von Investoren es erforderlich, eine Rückrechnung zu erstellen, die auf der Historie deutscher Wirtschaftsdaten fußte. Die offizielle Rückrechnung der Deutsche Börse AG verwendet in diesem Zusammenhang die Analyse von Frank Mella, dem ursprünglichen Initiator des Index, welche bis in das Jahr 1959 zurückreicht. Längerfristige Rückrechnungen basieren dabei auf dem Index des Statistischen Bundesamtes, anhand dessen es möglich ist den monatlichen Kursverlauf seit dem Jahre 1948 zu verfolgen. Die Indexentwicklung ist seit jeher durch einen durchschnittlichen Anstieg geprägt, der mitunter der Willkür von starken Kursschwankungen unterlag. Die Aufzeichnung des DAX unterlag fortlaufend der zitternden Handschrift von politischen Wendepunkten, konjunkturellen Gezeiten und globalwirtschaftlichen Krisen. Nichtsdestotrotz rollte der DAX-Kurs mit den Jahren seinen Meilenstein stets ein wenig weiter nach vorn und steigerte seine 1000 Punkte aus dem Jahre 1985 am 7.März des Jahres 2000 erstmalig auf über 8000 Zähler. Mit dem Eintreten der Dotcom-Blase zwei Jähre später sowie der Wirtschafts- und Währungskrise der Gegenwart konnte der Kurs des DAX die Messlatte bisher nicht höher ansetzen. Das Jahr 2012 schloss er jedoch mit 7612 Punkten und einem Kursgewinn von 29,06%. Eines haben Dachs und DAX folglich doch gemeinsam: ihre Vorliebe für hügeliges Gelände.